Hüttenübernachtung im Gesäuse

Hüttenübernachtung im Gesäuse

Zwei-Tagestour im Gesäuse: Rauchbodenweg zum Weidendom bis zur Haindlkarhütte und Abstieg über Gsengscharte zurück zum Buchsteinparkplatz

Der Nationalpark Gesäuse ist der einzige Nationalpark in der Steiermark in Österreich. Hier treffen Wasser und mächtige Berge aufeinander und eines könnt ihr mir glauben, man weiß gar nicht wo man seinen Blick zuerst hin schweifen lassen soll, so viel gibt es zu sehen. Die Ruhe und Natur des Gesäuses geben einem richtig Kraft und für mich symbolisiert der Nationalpark reinste Erholung.
Durch den Nationalpark schlängeln sich Salza und Enns - das lässt das Herz jedes Wassersportfans höher schlagen. Aber auch Wanderer und Bergfans kommen auf ihre Kosten. Egal ob Wildalpen, Buchstein- oder Hochtorgruppe, das Gesäuse (liebevoll Xeis genannt) bietet zahlreiche Wanderwege und Klettersteige. Für das kulinarische Wohl wird auf zahlreichen Hütten und Almen gesorgt, auf denen teilweise auch übernachtet werden kann.

Vom Parkplatz Buchstein über den Rauchboden zum Weidendom

Unsere Wandertour starteten wir am Parkplatz Buchstein. Wir entschieden uns für diesen Parkplatz, um die Wanderung etwas länger zu gestalten. Der direkte Weg zur Haindlkarhütte vom Parkplatz Haindlkar war uns etwas zu kurz.
Vom Parkplatz aus starteten wir links Richtung Rauchbodenweg. Der Weg ist wirklich wunderschön und bietet tolle Ausblicke auf die Enns und die gegenüberliegende Hochtorgruppe. Er eignet sich super als Einstieg in eine Wanderung, aber auch als gemütlicher Spaziergang um Wasser und Berge des Gesäuses kennen zu lernen. Nach circa 3 Kilometern erreicht man eine Holzbrücke, die zum Weidendom Parkplatz führt. Von der Brücke unbedingt den wunderschönen Ausblick genießen. Von hier aus entdeckten wir dann auch den perfekten Platz für unsere Mittagspause, direkt am Wasser der Enns. Auf dem ganzen Weg kam uns keine Menschenseele entgegen und wir konnten einfach nur die Natur genießen. Ich persönlich kann eigentlich nirgends so gut entspannen, wie in der unberührten ruhigen Natur. Und wenn man dann noch sein leckeres Vesper ("Jause") direkt an der Enns mit herrlichem Blick auf die Berge essen kann, ist das Glück einfach nur perfekt.

Vom Weidendom zur Haindlkarhütte

Gestärkt ging es dann weiter Richtung Tagesziel, der Haindlkarhütte. Eigentlich wollten wir vom Weidendom über die Gsengscharte zur Hütte wandern. Dieser Weg war aber laut Beschilderung leider gesperrt. Grund war der heftige Winter dieses Jahr, der Teile des Weges zerstört hatte. Daher wanderten wir vom Weidendom zuerst einmal weiter zum Haindlkarparkplatz. Auf dem Weg dort hin kommt man noch einmal an einem sehr schönen Aussichtspunkt vorbei, der einen tollen Blick auf die Enns ermöglicht. Der Weg zum Parkplatz führt teilweise direkt an der Straße entlang, nicht ganz so schön, aber es sind zum Glück nur ein paar Minuten.
Vom Parkplatz aus wandert man bis und teilweise durch ein ausgetrocknetes Flussbett. Diesen Graben überquert man und hat es dann auch bald geschafft. Dreht euch unbedingt ab und zu um, der Blick auf die umliegenden Berge ist einfach umwerfend. Der Aufstieg vom Parkplatz zur Hütte dauert circa 1h 15min.

Hüttenübernachtung auf der Haindlkarhütte

Auf gerade mal 1121m liegt die Haindlkarhütte. Sie befindet sich inmitten der Berge und trotz der eher niedrigen Höhe fühlt es sich sehr alpin an. Man hat von hier einen tollen Rundumblick auf die Felswände. Die Hütte war auch das Ziel unseres ersten Tages, denn wir wollten unbedingt einen Punkt auf unserer Bucket List abhacken: Übernachtung auf einer Hütte. Schließlich sollten die neuen Hüttenschlafsäcke auch mal zum Einsatz kommen.
Die Hüttenwirtin war sehr fürsorglich und sorgte stets dafür, dass wir auch gut verköstigt werden. Die Zimmer waren leider noch sehr kalt und ich muss sagen ich hätte es mir ein wenig rustikaler vorgestellt. Es ähnelte ein wenig einer Jugendherberge: Stockbetten, Gemeinschaftsbad und alles recht modern. Der Blick vom Zimmer allerdings war wirklich sehr schön, direkt auf die Berge. Der Essensbereich der Hütte ist sehr urig, viel Holz und ein Kamin. Das Essen auf der Hütte war auch sehr lecker. Für uns gab es Kuchen und Suppe - yammi. Ich bin seit ich in Österreich wohne ein riesen Fan von Kaspressknödeln geworden - so gut!

Wie war nun meine erste Hüttenübernachtung? Generell doch um einiges komfortabler als ich erwartet hatte. Ich weiß gar nicht so recht, ob ich das positiv finde...irgendwie war ich wohl ein bisschen enttäuscht nicht das "Dachboden-Matratzenlager-Feeling" gehabt zu haben :D. In den Zimmern war es leider noch recht kühl, gut dass wir genügend zum überziehen dabei hatten.
Mitten in den Bergen einzuschlafen und aufzuwachen ist auf jeden Fall wirklich besonders und hat mir sehr gut gefallen. Für mich hat es ein beruhigendes Gefühl die Berge anzublicken und wenn man das direkt vom Fenster aus kann und sich mitten drin befindet, ist das wirklich einmalig. Zudem ist es so schön abends vor dem Kamin zu sitzen, Suppe zu löffeln und Spiele zu spielen. Auch wenn es nur eine Nacht war, habe ich mich in den zwei Tagen wahnsinnig gut erholt.
Alles in allem, wirklich ein tolles Erlebnis, wenn auch nicht so günstig wie ich erwartet hätte. Generell kann ich natürlich verstehen, dass die Preise aufm Berg etwas gehobener sind: es ist vieles selbst gemacht und irgendwie muss das alles auch hochtransportiert werden. Aber vom Preis der Übernachtung war ich doch etwas überrascht. Daher mein Tipp, wenn ihr mehrere Hüttenübernachtungen vor habt: Erkundigt euch im Vorfeld, ob die Hütte eine Alpenvereinhütte ist. Wenn ihr Mitglied seid, spart ihr da nämlich pro Person pro Nacht ganze 10 €. Und so ein Alpenverein hat auch noch weitere Vorteile, einfach mal erkundigen :). Wir sind selbst noch keine Mitglieder, aber ich denke das wird sich ändern.

Abstieg von der Haindlkarhütte über die Gsengscharte

Am nächsten Tag traten wir den Rückweg an. Da wir gerne einen anderen Weg gehen wollten und die Hüttenwirtin meinte, der Weg über die Gsengscharte sei begehbar, nahmen wir diesen. Zuerst ging es von der Hütte circa 20 Minuten noch einmal bergauf. Ein Stück, das sich lohnt, selbst wenn man nicht über die Gsenscharte absteigt. Von dort oben, hat man einen wunderschönen Blick, den man so nicht erwartet.
Direkt dann folgt die Gsengscharte, ein Stück das man mit Hilfe einer Eisenkette und Seil hinabsteigt. Dann geht es weiter durch schottiges Gelände, das mal mehr mal weniger anspruchsvoll ist. Durch den harten Winter, sind leider nicht mehr alle Wegteile in Takt und so mussten wir uns manchmal unseren eigenen Weg hinab suchen. Eine Aufgabe, die für mich teilweise anspruchsvoll war. Doch glaubt mir der Weg lohnt sich. Bergab lief uns dann auch noch eine Gams über den Weg und wow, wie die steile Bergstücke hinauf flitzen ist echt unglaublich.
Unten angekommen ging es dann durch den Themenweg vom "Wilden John". In meinen Augen ein etwas merkwürdiger Themenweg der das Leben eines Riesen auf etwas verruchte Weise erzählt. Der Weg führt bis nach Weidendom, d.h. ab hier kannten wir den Weg bereits vom Tag eins und machten uns so auf bekanntem Wege die letzte Stunde auf zum Auto.

Es waren wirklich zwei unglaublich schöne Tage und wir waren garantiert nicht das letzte Mal im Gesäuse. Wir konnten so viel Kraft tanken und ich bin jedes mal wieder überrascht wie viel Energie mir so ein Ausflug in die Natur gibt.

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