Waterfire Providence

providence-waterfire-melooks_travelblog

4 Wochen USA

Hallo ihr Lieben,

mein erster Monat in den USA ist vorbei.

Ich muss sagen, wenn man eine Weile auf sich alleine gestellt ist, lernt man vieles über sich selbst und die Mitmenschen. Ich habe die Erfahrung zwar bereits vor 4 Jahren schon einmal gemacht, jedoch ist es jedes Mal doch ein wenig anders – die Umstände, wieso man sich auf dieses Abenteuer einlässt und auch die Situation, die man Zuhause zurück lässt. Und ich war wohl auch vor 4 Jahren noch ein wenig ein anderer Mensch, als ich es jetzt bin, denn bereits diese 6 Monate in Chicago damals haben mich wachsen lassen und mich geprägt. Und noch heute gehört Chicago zu meinen absoluten Lieblingsstädten und ist auch ein wenig Heimat. Hier habe ich das erste Mal alleine gewohnt und war auf mich alleine gestellt und stolz, meine Herausforderungen selbst zu bewältigen. Es war damals wie ein neuer Abschnitt in meinem Leben, der damit begonnen hat. Dieses mal sehe ich das nicht so, es ist kein neuer Abschnitt in meinem Leben, doch dennoch eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Ich habe bereits in meinen ersten vier Wochen vieles gelernt, sei es privat oder beruflich.

waterfire-providence-rhode_island-travelblogger

Auch dieses Mal komme ich in viele Situationen, die mich fordern. So bin ich eigentlich kein Mensch, der gerne Dinge alleine macht. Ich weiss, es gibt viele Menschen, die es genießen alleine in den Urlaub zu fahren, ins Kino zu gehen oder sich in eine Bar zu setzen. Ich gehöre da definitiv nicht dazu. Versteht mich nicht falsch, ich kann mich gut alleine beschäftigen, habe auch kein Problem mich alleine an einen See zu legen oder mit einem Buch auf eine Wiese, nur bin ich eben auch gerne in Gesellschaft. Es ist wohl einfach etwas anderes, wenn man sich selbst bewusst dafür entscheiden kann alleine zu sein oder wenn man dazu gezwungen ist. Wenn man jedoch in ein neues Land, oder auch einfach nur in eine neue Stadt kommt, ist man erst einmal auf sich alleine gestellt – da führt meist kein Weg vorbei. Keine Freundin, die man mal spontan besuchen kann, wenn man mal wieder eine Runde quatschen oder einfach nur viel lachen möchte. Kein Freund, der einen einfach mal knuddelt und fest im Arm hält. Kein Brüderchen, das einen ärgert. Keine Eltern, die einen zum Essen einladen. Man ist erst einmal alleine, einsam, und muss sich etwas aufbauen. Man muss ankommen und lernen sich wohl zu fühlen. Alleine-sein ist da eigentlich nicht das Problem, sondern die Einsamkeit zu überwinden und sich auf das Neue einzulassen und es zu genießen.

waterfire_providence-sightseeing-rhode_island-new_england-melooks_reiseblog

Anschluss finden ist da auch nicht immer leicht, vor allem wenn man eher introvertiert ist. Aber wisst ihr was das Beste ist? Man hat seine Situation doch immer zu einem großen Teil selbst in der Hand, man muss nur über den eigenen Schatten springen. Lesson learned! Und so habe ich mich dazu entschlossen, dass ich, wenn ich hier nicht nur alleine Dinge unternehmen möchte, eben auch etwas dagegen tun muss. Auf Leute zugehen und nicht warten, bis diese auf mich zu gehen. Und siehe da, es hat funktioniert. Auf Fragen wie: “Oh und was machst du denn dann immer so ganz alleine am Wochenende?” einfach mal zu antworten, dass ich versuche mir alleine viel anzuschauen aber natürlich mich auch über persönliche Führungen freuen würde. Und siehe da: das erste AfterWork hat super viel Spass gemacht, ein gemütlicher Sonntag auf dem PVD Fest (mehr dazu bald) mit neuen Freunden war der perfekte Wochenendabschluss, und nun wird auf den Sommer gewartet, um endlich das Surfen besser zu lernen. Und dann ist das alleine sein ab un an gar nicht mehr so erdrückend, sondern gibt Zeit für sich selbst. Das Gefühl der Einsamkeit begleitet das Alleine-sein nicht mehr. Und wenn man etwas gerne unternehmen möchte, aber gerade niemand da ist, wieso dann nicht einfach alleine machen?! Man kann später oder dank heutiger Technologie währenddessen darüber berichten und hat etwas Schönes erlebt. Denn eine neue Stadt oder ein neues Land kennen zu lernen ist eine Chance, die nicht jeder bekommt :). Die einen wachsen lässt und unzählige Erfahrungen bringt, die man danach nicht mehr missen möchte.

providence-waterfire-new_england-reiseblog

 

Waterfire Providence

So ging es mir mit dem Waterfire in Providence. Es war langes Wochenende, die meisten verreist und ich hatte keine Lust meinen Samstag Abend alleine vor dem TV zu verbringen. Also schnappte ich mir meine Kamera und zog los. Und ich habe es nicht bereut, auch wenn es manchmal etwas komisch war, alleine zwischen all den Familien zu stehen, aber es hat auch Spass gemacht unterschiedliche Kameraeinstellungen auszuprobieren und einfach nur das Event auf sich wirken zu lassen! Und vor allem ist es auch immer spannend die anderen Menschen auf solchen Events zu beobachten. Die kleinen Kinder, die ganz aufgeregt werden, wenn die Boote endlich anfangen die ersten Holzstücke anzufeuern. Ältere Ehepaare, die auch im Alter noch genießen solche Events zusammen zu besuchen. Ein Ehepaar, bei welchem die Frau ganz aufgeregt telefoniert, bis er sie schlussendlich in seinen Arm zieht und sie auf einmal ganz ruhig wird. Wenn man alleine auf solchen Events ist nimmt man vermutlich viel mehr um sich herum wahr als sonst, eine spannende Erfahrung! Auch wenn es natürlich auch manchmal einen kleinen Stich gibt, wenn man ein Pärchen sieht, und weiß dass der eigene Partner leider gerade nicht bei einem sein kann oder eine Mädelsgruppe lachend vorbei laufen sieht und die eigenen Freundinnen tausende Kilometer entfernt sind.

waterfire_providence-sightseeing-rhode_island-new_england-melooks_reiseblog

Das Waterfire Providence ist hier in der Gegend sehr beliebt und bekannt. Ich muss sagen, es ist anders, aber wirklich schön anzuschauen und hat etwas beruhigendes. Auf dem Wasser sind Schalen verteilt, welche mit Holz gefüllt werden. Diese werden dann durch unterschiedliche umherfahrende Boote angezündet und dazu läuft den ganzen Abend entspannende Musik. An unterschiedlichen Stellen gibt es Essens- und Getränkestände und Feuertänzer. Also alles in allem ein eher ruhiges Event, das aber irgendwie wirklich nett ist. Es ist schön am Wasser zu sitzen, den Lagerfeuergeruch in der Nase und einfach nur der Musik zu lauschen. Die Atmosphäre ist wirklich einzigartig und gerade gegen später, wenn die meisten Familien bereits nach Hause gegangen sind, wird es besonders entspannend.

Alles Liebe, Mel <3

waterfire_providence-firedancer-travelblog

waterfire-providence-rhode_island

2 Kommentare

  1. Hachja diese Gedanken immer über das Alleine-Sein. Ich denke entweder ist man der Typ dafür oder aber eben nicht. Ich geh jetzt auch wieder alleine auf Reisen, zwar nur eine Woche aber hab spontan einen Flug nach Porto gebucht 🙂 war günstig und ich hatte Lust auf Portugal und joa 😀 war mir dann zu blöd jemanden anderen zu fragen, ob er mitmöchte, weil. naja, ich kann auch ganz gut alleine und wollte da nur surfen, nicht wirklich die Stadt anschauen (ok vielleicht ein bisschen, nachdem ich deinen Beitrag dazu gelesen habe, haha). Irgendwie habe ich übrigens das Gefühl das alleine sein früher viel normaler war als heutzutage. Gerade wenn ich so alte Romane lese, fällt mir das auf. Oder vielleicht bilde ich es mir auch nur ein, wer weiß 😀

    • Ja das Allein Sein, damit geht wohl jeder anders um. Ist aber natürlich nicht so, dass ich es nicht auch mal genieße etwas alleine zu machen, aber eben nicht alles und wenn ich das möchte. Ich glaube des ist der Untershcied, ob man dazu gezwungen ist oder bewusst sich mal eine Auszeit nimmt.

      Porto ist definitiv eine sehr sehr gute Idee! Und dann sogar zum Surfen, wie cool! Genieße auf jeden Fall mal abends den Ausblick auf die Brücke, das lohnt sich wirklich!

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: